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Rundwanderung 85: 
Zwei Gipfel über Birkweiler

Zum Atelier des Malers Max Slevogt

Route (15 km): Siebeldingen, Bahnhof - 1 Birkweiler - 2 Wanderparkplatz im Rosental - 3 Kolpinghütte auf dem Kastanienbusch - 4 Wegspinne Zollstock - 5 Wegedreieck Hexentanzplätzel - 6 Föhrlenberg - 7 Slevogtfels - 8 Wanderparkplatz Ahlmühle - 9 Wegspinne Zollstock - 10 Hohenbergturm - 11 Schuhmacherfelsen - 12 Weinlage Täschberg - 13 Birkweiler - Siebeldingen, Bahnhof

Karten 1:25.000: "Oberhaardt von Neustadt a.d.W.", LVermGeo (ISBN 978-3-89637-402-8) oder "Hauenstein & Trifelsland", Pietruska-Verlag (ISBN 978-3-934895-88-1)


Steigt man von der Rheinebene hoch hinauf zu den Gipfeln am östlichen Rand des Wasgaus, sind starke Erlebnisse garantiert. Gerade im Oktober, wenn klare Fernsicht herrscht, die Weinberge goldgelb leuchten, reife Kastanien auf dem Weg liegen und Parasolpilze aus dem Boden schießen, ist eine Tour wie diese ganz dazu angetan, süchtig nach der Pfalz zu machen. Wenn dann noch die Begegnung mit den Werken eines großen Malers dazu kommt, nimmt man die doch beträchtlichen Aufstiegsmühen gerne in Kauf. Föhrlenberg und Hohenberg heißen die Gipfelziele, gestartet wird im Winzerdorf Birkweiler.

Wer mit der Bahn kommt, läuft in wenigen Minuten vom kleinen Siebeldinger Bahnhof hinüber nach Birkweiler; motorisierte Wanderer finden am Ortseingang von Birkweiler einen geeigneten Parkplatz. Dann bummelt man genüsslich durch die malerischen Gassen mit ihrer mediterranen Vegetation [Schild „Ortsmitte“]. Hinter dem Ort geht es durch das Rosental in wenigen Minuten zu einem Wanderparkplatz am Rande der berühmten Weinlage Kastanienbusch.

Wenige Meter dahinter zweigt links ein Teilstück des 76  km langen Pfälzer Mandelpfades ab [rosa Logo, bis Kolpinghütte], der durch Kastanienwald südwärts zu den Rebhängen der Weinlage Mandelberg hinaufführt. Mit Blick auf Ranschbach, das in den 80er Jahren durch eine angebliche Wunder-Heilquelle Aufsehen erregte, geht es eine Weile auf Gras am Waldrand entlang. Noch ein kleines Wäldchen und man hat die Kolpinghütte auf dem Kastanienbusch erreicht, einem bewaldeten Hügel, welcher den eigentlichen Bergen vorgelagert ist. Auf einem breiten Weg [ohne Markierung, bis Zollstock] läuft man nun nach einigen Metern im Wald mitten durch die Weinberge auf die Berge zu. Links liegt die Burgruine Neukastell, daneben der Föhrlenberg, rechts der Hohenberg; für einen kurzen Augenblick ist auch die Burg Trifels zu sehen.

An der Wegspinne Am Zollstock auf einem Sattel zwischen Hohenberg und Föhrlenberg (334 m, mit Schutzhütte) wendet man sich nach halblinks und kommt so auf dem Pfälzer Keschdeweg [Kastanien-Logo] zum Wegedreieck Hexentanzplatz. Dort beginnt der mit der Gipfelpfad [ Nummer 7, bis Gipfel] auf den wenig bekannten, aber sehr ergiebigen Föhrlenberg (530 m). Durch einen etwas wüsten Wald geht es bis zu einem Jägeranstand. Dort nimmt man den steilsten Pfad, denn nur dieser führt direkt zu einem traumhaften Aussichtspunkt mit einem 120-Grad-Panorama von der Burgruine Neu-Scharfeneck über die Berge der Oberhaardt bis zum Odenwald und zum Kraichgau. Bei gutem Wetter schrauben sich hier Gleitschirmflieger in den Himmel.

Im Gipfelbereich des Föhrlenberges trifft man auf einige Infotafeln, die sich dem Maler Max Slevogt widmen. Der große Impressionist lebte bis zu seinem Tode auf dem nahen Gut Neukastel, dem heutigen Slevogthof. Der Föhrlenberg diente ihm häufig als Atelier, denn er liebte es, seine Landschaftsmotive direkt in der freien Natur auszugestalten. Auf dem Weiterweg [unmarkiert bis Wanderparkplatz Ahlmühle] über das 530 m hohe Gipfelplateau kommt man gleich zu einer Schneise mit Blick zum klobigen Gipfel des Hohenberges. Ein Motiv, das Slevogt 1921 in einem Herbstbild festhielt.

Nächster Aussichtspunkt ist der  Slevogtfels am Westhang des Berges. Nirgendwo sonst hat man das Annweilerer Burgentrio Trifels-Anebos-Münz und die stolze Pyramide des Rehberges so unmittelbar vor Augen. Für den Abstieg zum Wanderparkplatz Ahlmühle an der Trifelsstraße nimmt man einen Pfad nach links, biegt dann gleich nach rechts ab und überquert rechtshaltend einen Forstweg.

Hinter dem Parkplatz beginnt scharf rechts ein Wanderweg, der durch die Nordwestflanke des Föhrlenberges zur Wegspinne Zollstock zurückführt, dem Ausgangspunkt des Hohenberg-Aufstieges. Man ist jetzt auf einem Teilstück des traditionsreichen "Armbanduhren-Weges" unterwegs [Schwarzer Punkt auf weißem Streifen, bis hinter dem Hohenberg].

Der Pfad auf den Hohenberg (552 m) beginnt harmlos, wird jedoch im letzten Teil brutal steil. Auf dem Gipfel steht ein aus Steinblöcken pyramidenförmig aufgeschichtetes Aussichtstürmchen. Nachdem es lange verfallen war, wurde es 2018-2019 mit EU-Mitteln saniert und kann nun wieder bestiegen werden. Ein abermals grandioser Fernblick über den Wasgau, den zentralen Pfälzerwald, die Haardt und die Rheinebene!

Neben dem Turm steht eine Tafel, welche über eine erst 2014 gemachte Entdeckung informiert: Auf dem schmalen Bergrücken des Hohenberges befand sich vor etwa 2500 Jahren eine spätbronzezeitliche Höhensiedlung, die sich über 3,5 Hektar erstreckte. Sie diente – so wird vermutet – sowohl kultisch-religiösen Zwecken als auch der Sicherung des Warenverkehrs durch das Queichtal.

Auf dem Weg über den Gipfelkamm nach Westen wird zunächst eine Startschneise für Gleitschirmflieger passiert, dann eine Schutzhütte, an der man rechts vorbeigeht. Höhepunkt des Hohenberg-Gipfels ist der Schuhmacherfelsen, ein abermals grandioser Aussichtspunkt (seltsamerweise nicht in der Wanderkarte verzeichnet). Über die Trifels-Szenerie schauen wir in den Wasgau hinein, bis zum Pirmasenser Wasserturm weit im Westen, auch nach Süden und Norden ist der Blick völlig frei. Wegen seiner exponierten Lage wurde der Fels, wie zwei gewagte hölzerne Absprungrampen zeigen, auch zum Paragliding genutzt.

Beim Abstieg ist Konzentration gefordert: Immer noch mit der Armbanduhren-Markierung geht es nordwärts auf einem Pfad steil hinunter und dann [ohne Markierung, bis Birkweiler] auf dem zweiten querenden Forstweg nach rechts. An einer Weggabelung nimmt man geradeaus eine kurze Stolperstrecke. Diese stößt auf einen unangenehm geschotterten Weg, der in zehn qualvollen Minuten zu den Weinbergen führt, wo man erneut einen wunderbaren Blick genießen kann.

An einem Hügel, dem Täschberg, wendet man sich nach rechts (wer zum Bahnhof Siebeldingen möchte, geht geradeaus weiter) und läuft auf einem zunächst gekieselten, dann asphaltierten Weg durch die Rebenhänge hinunter ins Rosental und nach Birkweiler (unten kann man an Rebstöcken entlang den Weg zum Wanderparkplatz abkürzen).


Variante:  
Ohne Hohenberg (4,5 km kürzer, am Zollstock einige Meter nach links und auf unmarkierten Forstweg, der halbrechts am Hohenberg entlang nach Birkweiler führt)

Benachbarte Wanderungen:
Premiumweg Annweilerer Burgenweg (Anschluss 1 km vom  Wanderparkplatz Ahlmühle an der Burgruine Scharfenberg)

Rundwanderung 41 Hohenberg und Trifels (Anschluss an der Wegspinne Am Zollstock)
Stippvisite Burg 30 Burgruine Scharfenberg (Münz)
Stippvisite Felsen 16 Slevogtfels (am Weg)
Stippvisite Burg 36 Burgruine Neukastell (vom Hexentanzplatz 15 min nach Osten)


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Ort: Siebeldingen (163 m oder Birkweiler (189 m)

Start: Bahnhof Siebeldingen oder Parkplatz am Ortseingang von Birkweiler

Länge: 15 km (12 km bei Start am Wanderparkplatz im Rosental)

Anstieg: 610 Höhenmeter (560 m)

Schweiß: Brutal

Aussicht: Grandios

Abgeschiedenheit: Mittel

Orientierung: Problemlos


Einkehr am Wege:
Kolpinghütte (So geöffnet, geschlossen von Dezember bis Ostern), Gaststätten in Birkweiler und Siebeldingen

Felsbesteigungen: Keine

Burgen am Wege: Madenburg
Neukastell


In der näheren Umgebung:
Landau (Einkaufsstadt mit schöner Innenstadt), Burg Trifels
Deutsche Weinstraße
, Schuhmuseum Hauenstein, Wasgaufreibad Hauenstein, Freischwimmbad Annweiler, Wild- und Wanderpark Silz

Regionale Tourist-Infos:
Trifelsland

Südliche Weinstraße
Ferienregion Landau-Land

Tourismusgemeinden:
Siebeldingen
Birkweiler
Annweiler
Albersweiler

Sonstiges:
Max Slevogt


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Vom Föhrlenberg zur Weinstraße

Die tief gestaffelten Wasgauberge vom Schuhmacherfelsen

Die tief gestaffelten Wasgauberge vom Schuhmacherfelsen

  
 

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