Wanderportal starten  Home  Sitemap  Suche

Vorherige  Nächste  Druckversion  PDF-DRUCK

Rundwanderung 80: Von Birkenhördt auf den Abtskopf

Stille Aussichtsplätze auf dem Kapellen-Pilgerweg

Route (11 km): Birkenhördt - 1 Wegekreuzung am Birkenkopf - 2 Wüsten-Tal - 3 Streuobstwiesen südlich von Blankenborn - 4 Blankenborn - 5 Straße „Zum Holderbild“ und Greif-Tal - 6 Wegspinne Am Holderbild - 7 Wegspinne Karlsplatz (Schutzhütte) - 8 Aussichtspunkt Hohe Tanne - 9 Aussichtspunkt Wasgaublick - 10 Abtskopf-Gipfel - 11 Aussichtspunkt Blankenborn-Blick - 12 Wegekreuzung Katzeneiche - 13 Wegspinne Silzer Linde (Schutzhütte) - 14 Friedenskirche - 15 Birkenhördt

Karten 1:25.000: "Östl. Wasgau mit Bad Bergzabern", LVermGeo (ISBN 978-3-89637-404-2) oder "Bad Bergzaberner Land", Pietruska-Verlag (ISBN 978-3-934895-94-2)


Wer eine Rundwanderung im Bad Bergzaberner Land zwischen Birkenhördt und Silz plant, sieht sich einer echten Herausforderung gegenüber: Attraktive Zwischenziele sind auf der Wanderkarte nicht auf Anhieb erkennbar, die direkten Verbindungen zwischen den Wege-Knotenpunkten erscheinen etwas eintönig. Dennoch: Ein Besuch dieser Gegend lohnt sich. Unser Tourentipp steuert als Höhepunkte den alles überragenden Abtskopf über Blankenborn und die Friedenskirche über Birkenhördt an. Drei markante Wegpunkte sind nach Baumarten benannt: Hohe Tanne, Katzeneiche und Silzer Linde.

Der Einstieg in die Tour ist nicht beschildert. Wir laufen auf einem Waschbetonweg nach Nordosten, kommen durch einen Hohlweg hinauf zu einer lichten Anhöhe mit Blick hinüber zum Stäffelskopfturm und tauchen dann in den dunklen Wald ein. Immer auf dem Hauptweg gelangen wir nach einer guten Viertelstunde zu einer Wegekreuzung auf einem Sattel westlich des Birkenkopfes. Hier gehen wir wenige Meter nach rechts und gleich wieder links hinab (die Beschilderung nach Blankenborn ist so lückenhaft, dass wir sie besser ignorieren). Nun immer geradeaus hinab ins Wüsten-Tal, ein Seitental des Blankenborner Tals. Dort wandern wir nach links etwa 10 Minuten talaufwärts bis zum Ende der Wiesen, wo wir auf einen ersten Schilderbaum treffen [Schild "Blankenborn"].

Ein kurzer knackiger Pfad bringt uns zu den ausgedehnten Streuobstwiesen im Süden von Blankenborn und geradeaus weiter in das 1304 erstmals urkundlich erwähnte des 200-Seelen-Dörfchen, über dem unser Hauptziel, der Abtskopf, emporragt. Stellen wir uns darauf ein, dass der Weg dorthin (via Karlsplatz) mit einigen Markierungs-Ungereimtheiten verbunden sein wird.

Nahe bei der schmucken kleinen Dorfkirche biegen wir von der Ortsstraße nach rechts in die Straße „Zum Holderbild“ ab und laufen bis in den Talschluss des kurzen Greif-Tals. Dort steigen wir rechtshaltend hinauf bis zu einer Ruhebank, an der ein unscheinbares Pfädchen abzweigt [verwittertes Holzschild „Holderbild“] - einen Schilderbaum dagegen können wir getrost ignorieren. Der steile Pfad führt uns unerfreulich deutlich das Grauen einer Nadelwald-Monokultur vor Augen. Nach Überqueren eines Forstweges erlöst uns jedoch bald ein Mischwald.

An der Wegspinne Am Holderbild empfängt uns eine verwirrende Wegevielfalt. Immerhin gibt es - neben vielen anderen Markierungen - ein Schild „Karlsplatzweg“. Dieses weist allerdings sowohl nach rechts als auch nach links, da es sich um einen Rundweg handelt. Was tun? Ein Blick in die Karte legt nahe, dem Karlsplatzweg nach rechts zu folgen [Schild „Karlsplatzweg“]. Tatsächlich: Einige Meter weiter finden wir ein eindeutiges Schild. Dahinter steht das Holderbild, ein Ritterstein, der an Heinrich Holder erinnert, ein Gründungsmitglied des Pfälzerwald-Vereins Annweiler, der zusammen mit einem Bergkameraden 1908 am Wetterhorn in den Berner Alpen tödlich verunglückte.

Die zentrale Wegspinne Karlsplatz wartet mit gleich sieben zusammentreffenden Wegen, einer Schutzhütte, einer Grillhütte und einer schier unendlichen Menge an Schildern und Markierungen auf. Wir halten uns an den Kapellen-Pilgerweg, eine Prädikats-Mehrtagesroute [Logo des Kapellen-Pilgerweges, bis Friedenskirche]. Ein Schild weist auch unser nächstes Zwischenziel aus, die Hohe Tanne, einen früher lohnenden, heute jedoch stark verwachsenen Aussichtspunkt in einer ausgeprägten Wegkehre. Immerhin sehen wir die Burg Landeck.

Weitaus ergiebiger ist das nordwärts gerichtete Panorama am folgenden Aussichtspunkt Wasgaublick. Unschwer erkennt man das Trio Trifels-Anebos-Münz, den Rehberg und den Luitpoldsturm. Felskenner identifizieren auch Asselstein, Hahnstein, Hundsfels und Leberstein.

Der Kapellen-Pilgerweg führt jetzt über einen Bergrücken hinauf zum Abtskopf (486 m). Dessen Gipfel zeigte noch vor wenigen Jahren schwere Spuren der Verwüstung durch die Stürme der Jahrtausendwende. Heute ist alles weitaus ansehnlicher, auch das Schutzhüttchen auf dem Gipfel befindet sich in einem guten Zustand. Die Aussicht ist beschränkt auf eine schmale Schneise nach Norden. Immerhin: Wir sehen auf Silz, Gossersweiler-Stein und Völkersweiler hinunter, dahinter liegt die mächtige Rampe des Rötzenfelsens, in der Ferne ist der Luitpoldturm zu erkennen.

Für den Weiterweg zur noch 3 km entfernten Friedenskirche bleiben wir auf dem Kapellen-Pilgerweg. Nach einem steilen Pfad trifft er auf einen sandigen Forstweg, der westwärts durch die Kiefern-Einöde der Abtskopf-Südflanke führt. Auflockerung bringt der Aussichtspunkt Blankenborn-Blick. Kurz darauf erreichen wir auf einem Sattel die Wegekreuzung Katzeneiche, an der hölzerne Ruhebänke zu einem Zwischenstopp einladen.

Ein fast ebener Weg bringt uns nun zur Wegspinne Silzer Linde (380 m), einem der wichtigsten Knotenpunkte des Birkenhördter Wegenetzes und weiter zur Friedenskapelle. Die nach langen, zum Teil kriegsbedingten Geburtswehen 1997 eingeweihte Wallfahrtskapelle steht in ausgezeichneter Lage gute 100 Höhenmeter über Birkenhördt. Sie ist im Sommer an Sonn- und Feiertagen geöffnet, werktägliche Besucher müssen sich mit dem 250-Grad-Panorama in den südlichen Wasgau zufrieden geben.

Für den Abstieg nach Birkenhördt nehmen wir den Zick-Zack-Pfad, der direkt an der Kapelle beginnt. Der mit schlichten Holzkreuzen bestückte Kreuzweg bringt uns zügig in das sympathische Dörfchen, wo wir an der Kirche vorbei und an der Durchgangssstraße entlang zurück zum Ausgangspunkt schlendern.


Benachbarte Wanderungen:
Premiumweg Kapellen-Pilgerweg (Anschluss am Abtskopf)
Stippvisite Andere Ziele 7 Friedenskapelle


© www.wanderportal-pfalz.de 2018 - palzvisit Touristik-Service

Ort: Birkenhördt (250 m)

Parken: Parkplätzchen am östlichen Ortsende (100 m vor dem Ortsschild bei Kapelle)

Länge: 11 km

Anstieg: 320 Höhenmeter

Schweiß: Oh ja

Aussicht: Klasse

Abgeschiedenheit: Groß

Orientierung: Nicht ohne


Einkehr am Wege:
Gaststätten in Blankenborn und Birkenhördt


In der näheren Umgebung:
Badeweiher Seehof bei Erlenbach,
Bad Bergzabern (Kurpark,
Südpfalz-Therme),
Weißenburg im Elsass (sehr romantisches Städtchen), Deutsches Weintor bei Schweigen
Deutsche Weinstraße,

Wild- und Wanderpark Silz,
Burg Trifels,
Burg Berwartstein,
Burgruine Altdahn

Regionale Tourist-Infos:
Bad Bergzaberner Land
Südliche Weinstraße

Tourismusgemeinden:
Bad Bergzabern
Birkenhördt
Böllenborn


Bilder zum Vergrößern anklicken!

Friedenskirche

Die Rittersteine

Rund um den Abtskopf trifft man auf zahlreiche sogenannte Rittersteine. Dabei handelt es sich nicht um Relikte der Ritterzeit, sondern um Sandsteinblöcke, die  zu Anfang des 20. Jahrhunderts im Pfälzerwald aufgestellt wurden, um auf historisch oder naturkundlich bedeutende Plätze hinzuweisen. Benannt wurden sie nach Karl von Ritter, Forstdirektor und Gründungsvorsitzender des Pfälzerwald-Vereins, auf dessen Initiative die Steine zurückgehen.  Dokumentiert ist ihre Geschichte in dem Buch „Rittersteine im Pfälzerwald“ von Walter Eitelmann und Ernst Kimmel.

  
 

 Anzeigen: