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Rundwanderung 73: 
Vom Helmbachweiher 
zum Schänzel

Traumpfade über dem Elmsteiner Tal

Route (21 km): Helmbachweiher - 1 Wegkreuzung Schuhmacherstiefel - 2 Totenkopfstraße - 3 Totenkopfhütte PWV - 4 Wegkreuzung Suppenschüssel - 5 Schutzhütte Am Fronbaum - 6 Wanderparkplatz Lolosruhe an der Schänzelstraße - 7 Schänzelturm - 8 Denkmäler - 9 Forsthaus Heldenstein - 10 Weggabelung am Pfaffenkopf - 11 Schutzhütte Am Lärchengarten - 12 Naturfreundehaus Kohlbachtal - 13 Kohlbachtal – Helmbachweiher

Variante (11 km): Von Wegkreuzung Schuhmacherstiefel direkt zum Forsthaus Heldenstein (ohne Totenkopfhütte und Schänzel)

Karten 1:25.000: "Oberhaardt von Neustadt a.d.W.", LVermGeo (ISBN 978-3-89637-402-8) oder "Edenkoben, Landau & Neustadt", Pietruska-Verlag (ISBN 978-3-934895-90-4)


Zwischen dem Elmsteiner Tal und der Kalmit, der höchsten Erhebung des Pfälzerwaldes, liegt ein ergiebiges Wanderrevier mit romantischen Tälern und stolzen Mittelgebirgs-Gipfeln. Bei der Tourenauswahl ist allerdings Sorgfalt angesagt, sonst landet man leicht auf jenen langen Forstweg-Passagen, welche Wanderungen hier zu einer langatmigen Veranstaltung machen können. Unser Tourenvorschlag ist deshalb so angelegt, dass überwiegend auf Pfaden gewandert wird. Trotz der Länge der Tour kann man, zumindest am Wochenende, auf den Rucksack verzichten, gibt es unterwegs doch gleich drei Einkehrmöglichkeiten. Sommerwanderer haben Badesachen dabei - der malerisch gelegene Helmbachweiher lädt unwiderstehlich zum Schwimmen und Plantschen ein.

Beim Einstieg am Weiher gilt es gut aufzupassen: Direkt neben der Abzweigung des Sträßchens zum Naturfreundehaus Kohlbachtal beginnt recht unscheinbar der 8 km lange Weg zur Totenkopfhütte [Grün-Gelbes Kreuz, bis zur Hütte]. Der langgezogene, nur wenig steile erste Anstieg verdient gleich das Prädikat „Traumpfad“, bietet er doch gelenkfreundliches Geläuf, einen Heidelbeer-Heidestrauch-Farn-Wegsaum, anregenden Mischwald und regelmäßige Ausblicke zu den zahlreichen Gipfeln über dem weltabgeschiedenen Pferdstrappental.

Weit oben geht der Pfad in einen angenehmen Forstweg über, der leicht ansteigend zur Wegkreuzung Schuhmacherstiefel führt. Hier halten wir uns links und steigen nur wenige Meter hinter der Kreuzung in einen abermaligen Traumpfad ein. Er bringt uns durch Buchenwald zügig hinunter ins Argenbachtal. Dort treffen wir auf die Totenkopf-Höhenstraße, die vom Elmsteiner Tal zur Kalmit hinauf zieht, um sich dann steil zu den Weindörfern Maikammer und St. Martin hinunter zu schlängeln.

Wenige Meter auf der wenig befahrenen Straße bergauf beginnt die Fortsetzung der Route, ein langer, wiederum nicht allzu steiler Pfad hinauf zur über 500 m hoch gelegenen Totenkopfhütte des Pfälzerwald-Vereins. Hier findet sich an Wochenenden ein buntes Gemisch aus Autobergsteigern, Spaziergängern, Wanderern, Bergläufern, Mountainbikern und Straßenrad-Fahrern ein.

Der Weiterweg zum Schänzelturm [Blau-Gelber Balken, bis zum Schänzelturm] beginnt am großen Parkplatz der Totenkopfhütte und erweist sich wiederum als Traumpfad, der sanft mäandernd und fast steigungslos zu einer Wegkreuzung mit dem rätselhaften Namen „Suppenschüssel“ führt. Dort wechseln wir auf einen Wanderweg, passieren bald die Schutzhütte St. Martiner Fronbaum und treffen am Wanderparkplatz Lolosruhe auf die Schänzel-Höhenstraße.

Auf einem feinkieseligen Weg geht es nun hinauf zum höchsten Punkt der Tour, dem Steigerkopf (614 m). Der Berg war während des Revolutionskriegs 1794/95 Schauplatz mehreren Schlachten zwischen Frankreich und den Alliierten Österreich und Preußen (siehe auch Infokasten rechts). Sein weiträumiger Gipfel wird vom  Schänzelturm gekrönt. Der kleine Bundsandstein-Turm bietet zwar nur ein 120-Grad-Panorama, das aber hat es in sich: Wir schauen weit über die gestaffelten Hügelketten des Trifelslandes, des Wasgaus und des zentralen Pfälzerwaldes.

Für den Abstieg zum Forsthaus Heldenstein nehmen wir einen nach Westen führenden Pfad [Rotes Kreuz]. Drei nahe beieinander stehende, allesamt aus dem heimischen Sandstein erbaute Kriegs-Gedenksteine liegen am Weg: Das Pfau-Denkmal, einem hier gefallenen preußischen General gewidmet, der Schwedenstein und, als größter der „Heldensteine“, das Österreicher-Denkmal.

Nur zehn Gehminuten entfernt liegt das Forsthaus Heldenstein, eine seit Generationen beliebte Ausflugs-Gaststätte an der Schänzelstraße. Hier verläuft auch die „Hochstraße“, ein für den Holz-Abtransport wichtiger Wirtschaftsweg. Parallel dazu liegt unser mit der Gehrichtung „Taubensuhl“ beschilderter Pfad [Rotes Kreuz, bis zur Weggabelung am Pfaffenkopf] - eine dunkle Passage an den Nordhängen von Hermeskopf und Pfaffenkopf, die an einer Weggabelung endet. Dort beginnt der lange Abstieg zum Naturfreundehaus Kohlbachtal [Grün-Blauer Balken, bis kurz vor dem NF-Haus]. Wanderer trifft man jetzt nur noch selten, man grüßt sich wieder.

Also nach rechts und an der Schutzhütte am Lärchengarten vorbei. Auf ein kurzes Pfad-Intermezzo folgt ein sandiger Forstweg in einer freundlichen Heidekraut-Kiefern-Szenerie, der im Aufstieg allerdings eine rechte Plage wäre. Etwa eine halbe Stunde nach Beginn des Abstieges zweigt links ein steiles Pfädchen mit blauem Punkt ab. Es führt direkt zum Naturfreundehaus Kohlbachtal (von Einheimischen meist als „Lambrechter Naturfreundehaus“ bezeichnet). Das ansehnliche Blockhaus liegt tief im Talgrund, dort, wo sich die nordwärts fließenden Wasser von Bollerbach und Schlotterbach zum Kohlbach vereinen.

Für den Ausklang der Wanderung im Kohlbachtal sollte man auf keinen Fall den Hütten-Fahrweg nehmen, sondern einen links des Kohlbachs verlaufenden Uferpfad [ohne Markierung]. Erstaunlich, welchen Melodien- und Klangreichtum dieses Bächlein auf seinem kurzen Weg zum Helmbachweiher entfaltet, wo wir auf einer Ruhebank an der Badewiese unsere doch strapazierte Muskulatur entspannen können.


Benachbarte Wanderungen:
Rundwanderung 32 Drei-Gipfel-Tour (Anschluss am Schänzelturm)
Rundwanderung 55 Von Weyher zum Forsthaus Heldenstein
(Anschluss am Forsthaus)
Rundwanderung 52 Über die Kalmit zum Hellerhaus (Anschluss an der Totenkopfhütte)
Rundwanderung 72 Auerochsenweg und Felsenmeer (Anschluss am Wanderparkplatz Hüttenhohl 2 km östlich der Totenkopfhütte)
Stippvisite Turm 8 Schänzelturm


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Ort: Elmstein, Ortsteil Breitenstein (220 m) oder Iggelbach (375 m)

Parken: Am Helmbachweiher (230 m, vom Elmsteiner Tal zwischen Elmstein und Lambrecht 1,5 km Richtung Iggelbach/
Hornesselwiese)

Länge: 21 km (Variante 11 km)

Anstieg: 520 Höhenmeter

Schweiß: Oh ja

Aussicht: Klasse

Abgeschiedenheit: Mittel (gering zwischen Totenkopfhütte und Forsthaus Heldenstein)

Orientierung: Problemlos


Einkehr am Wege:
Totenkopfhütte PWV (geöffnet: SaSoFei und Brückentage), Forsthaus Heldenstein (MiSaSoFei), Naturfreundehaus Kohlbachtal (SaSoFei)

Turmbesteigung:  
Schänzelturm


In der näheren Umgebung:
Neustadt an der Weinstraße 
(sehr schöne Innenstadt, Museen),

Deutsche Weinstraße,
Hambacher Schloss
(Maxburg),
Schloss Villa Ludwigshöhe,
Kurpfalz-Park zwischen Wachenheim und Lambrecht,
Schwimmbad Neustadt,
Rietburg,
Rietburgbahn-Sessellift bei Edenkoben

Regionale Tourist-Infos:
Neustadt an der Weinstraße
Ferienregion Edenkoben
Region Lambrecht
Region Elmstein

Tourismusgemeinden:
Elmstein
Lambrecht
Iggelbach

St. Martin
Maikammer
Neustadt an der Weinstraße


Bilder zum Vergrößern anklicken!

Naturfreundehaus Kohlbachtal (Lambrechter Naturfreundehaus) 

Beim Aufstieg zur Totenkopfhütte

Der Steigerkopf
(Schänzel) - Schauplatz zahlreicher Kämpfe

Der Steigerkopf wird im Sprachgebrauch der Pfälzer heute fast ausschließlich als „Schänzel“ bezeichnet, was sich mit mehreren Schlachten während des Revolutionskriegs 1794/95 zwischen Frankreich und den Alliierten Österreich und Preußen erklären lässt.

1794 hatte ein 4500 Mann starkes preußisches Heer unweit des Gipfels eine Reihe von Schanzen errichtet, um die französischen Revolutionstruppen abzuwehren, die zur Eroberung der linksrheinischen deutschen Gebeite ausgezogen waren. 

Die blutige Entscheidungsschlacht am 12. und 13. Juli 1894 endete mit dem Sieg der 7000 Soldaten zählenden französischen Truppen. Im folgenden Jahr kam es abermals zu einer Schlacht, bei der diesmal Österreicher und Preußen gemeinsam auf Franzosen trafen.

Kriegerische Handlungen gab es allerdings auch schon im Dreißigjährigen Krieg, als schwedische Truppen hier ihre Stellungen aufgebaut hatten.

Wieso ausgerechnet der abgelegene Steigerkopf so häufig Schauplatz von Kämpfen wurde, ist heute schwer vorstellbar. Die damaligen Militärstrategen schätzen den Berg aber wohl wegen seines schwierigen Zugangs und seines nicht allzu steilen, aber ausgedehnten Gipfelaufbaus, der Truppenlager und den Bau von Verteidigungsanlagen ermöglichte.

Diese „Schanzen“ bestanden vorwiegend aus Gräben und Erdwällen, aber auch Palisaden und Gestrüpp sollten Schutz vor feindlichem Feuer bieten. Zudem wurden „Spanische Reiter“ eingesetzt, 5-6 Meter langen Holzstangen, an die gespitzte Pfähle so angebracht waren, dass man nicht hindurchkriechen konnte.

Zwischen dem Forsthaus Heldenstein und dem Schänzelturm liegen am Wege drei nahe beieinander stehende, allesamt aus dem heimischen Buntsandstein erbaute Gedenksteine: Das einem im Kolalitionskrieg gefallenen preußischen General gewidmete Pfau-Denkmal, der Schwedenstein und - größter der „Heldensteine“ - das Österreich-Denkmal.

 

 

 

  
 

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In der Umgebung der Tour:

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