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Rundwanderung 29: 
Almersberg und Kirschfels

Aussichtslogen über dem Wellbachtal

Route (20,5 km): Wanderparkplatz Zwiesel (im Wellbachtal) - 1 Almersberg-Felsen - 2 Almersberg-Aussichtspunkt - 3 Sattel - 4 Fischhütte - 5 Sudetenland-Brunnen - 6 Wellbachtal - 7 Annweiler Forsthaus - 8 Kirschfels - 9 Rotsuhlerhütte - Wanderparkplatz Zwiesel

Karten 1:25.000: "Oberhaardt von Neustadt a.d.W.", LVermGeo (ISBN 978-3-89637-402-8) oder "Hauenstein & Trifelsland", Pietruska-Verlag (ISBN 978-3-934895-88-1)

Das Annweiler Forsthaus ist seit März 2019 nach längerer Pause wieder bewirtschaftet!


Der Himalaya hat den Hidden Peak, die Bernina den Piz Zupo („versteckter Berg“) und der Pfälzerwald den Großen Almersberg: Hohe Gipfel, die sich den Blicken aus dem Tal entziehen, und wegen ihrer populäreren Nachbarn etwas vernachlässigt werden. Uns kann das nur recht sein, bietet doch die Gegend um den Almersberg den Genuss großer Einsamkeit. Etwas belebter geht es in der zweiten Hälfte der Wanderung zu, wenn es hinaufgeht zum Annweiler Forsthaus und dem spektakulären Aussichtspunkt auf dem Kirschfels.

Vom Parkplatz überqueren die Wellbachtalstraße und finden gleich einen markierten Bergpfad [Rot-Weißer Balken]. Noch einmal tief durchatmen, denn der Aufstieg zum Almersberg ist mit 350 m Höhenunterschied einer der strammsten des Pfälzerwaldes! Ohne Umschweife geht es auf einem Pfad sofort steil bergauf. Nach einer knappen halben Stunde wird die Route an einem kleinen Tümpel mit einer neuen Markierung fortgesetzt [Roter Punkt, bis Abstieg vom Almersberg-Gipfelplateau].

Ein weiterer zünftiger Bergpfad führt hinauf zu einer kleinen, aber feinen Felsgruppe am Rand des Almersberg-Gipfelplateaus (564 m). Abweichend von der Markierung kann man linkshaltend an den überhängenden Biwakfelsen entlanglaufen; man wird bald wieder auf die Hauptroute treffen. Die zieht sich in südwestlicher Richtung über das ausgedehnte Plateau. An dessen Ende ist Konzentration gefordert, um nicht den unscheinbaren, etwa 30 m langen Pfad nach links zum Almersberg-Aussichtspunkt zu übersehen [ohne Markierung]. Man würde den wohl spektakulärsten Blick über die tief gestaffelten Hügelketten des Wasgaus verpassen, den der Pfälzerwald zu bieten hat!

Das 250-Grad-Panorama ist schlicht atemberaubend: Ganz links der Große Adelsberg, daneben der Rehberg mit dem Asselstein, dahinter der gesamte Nordschwarzwald bis zur Hornisgrinde. Hinter den Bergen um Hauenstein und Dahn wird der Horizont vom elsässisch-pfälzischen Grenzkamm mit der Wegelnburg abgeschlossen, daran schließen sich die Höhenzüge zwischen Lemberg und Leimen an, ganz rechts ist der Luitpoldturm zu sehen.

Nach einer ausgiebigen Gipfelstunde läuft man an der Nordseite des Berges hinunter. Nun nicht die erste, sondern die zweite mögliche Linksabzweigung nehmen (am Zaun eines Aufforstungsgeländes, Stand 2021) Hinter diesem überquert man einen rot-weiß markierten Weg und trifft wenige Meter weiter auf einen Traditionsweg [Blauer Balken], der von Annweiler nach Johanniskreuz führt.

Man folgt dem Wegweiser nordwärts Richtung Taubensuhl, überschreitet einen namenlosen Sattel, wandert an der Ostflanke des Fischberges entlang und kommt bald zu einem weiteren Sattel. Dort verlässt man den markierten Wanderweg und wendet sich nach links [ohne Markierung, bis Wellbachtal] zu einem gut sichtbaren Waldarbeiterhäuschen, der Fischhütte, neben der ein Sequoiabaum emporragt.

Direkt hinter der Hütte geht es auf einem zu Beginn unangenehm geschotterten Weg links hinunter. An einer ersten Spitzkehre hält man sich links, an der nächsten rechts und kommt so in den Talschluss des Großen Fischbach-Tals. Dort liegt der Sudetenland-Brunnen; die Quelle führt in den letzten Jahren selten Wasser, ein Tümpel daneben ist allerdings nach wie vor gut gefüllt.

Nun linkshaltend hinunter ins Wellbachtal. Dort wird man gleich von einem Gedenkkreuz für einen verunglückten Motorradfahrer empfangen – eines von vielen entlang der berüchtigten Wellbachstraße. Hier beginnt die einzige kleine Durststrecke dieser Wanderung: Der Einstiegspunkt für den Weg zum Annweiler Forsthaus liegt etwas talaufwärts an einem Wanderparkplatz; da dorthin kein Fußgängerweg führt, muss man etwa 200 m an der Straße entlanglaufen – mit der gebührenden Vorsicht am besten auf einem Grünstreifen links der Straße.

An einem kleinen Wanderparkplatz beginnt [beschildert] der gut halbstündige Aufstieg zum Annweiler Forsthaus, abermals ein traumhafter Pfad unter Buchen, Fichten und Douglasien. Das Annweiler Forsthaus, in abgeschiedener Lage auf einer weiten Lichtung gelegen, ist unbestritten eine der lohnendsten Ausflugsgaststätten des Pfälzerwaldes.

Hier beginnt ein sehr schöner Höhenweg [beschildert], der über den Bergrücken der Langplatte zum Kirschfels führt. Die prächtigen Eichen, die den ebenen Weg säumen, wachsen auf der dem Westwind ausgesetzten Höhe langsamer als anderswo und haben deshalb besonders hochwertiges Holz. Kein Wunder, dass der zentrale Pfälzerwald der bevorzugte Holzlieferant beim Bau der holländischen Kolonialflotte war; nahe des Luitpoldturms erinnert der Gedenkstein „Holländerklotz“ daran.

Der Kirschfels (496 m) hat als Aussichtspunkt eine bewegte Geschichte. Bis ins Jahr 2009 befand sich auf seinem Felsplateau ein Holzturm. Nach dem Abriss des altersschwachen Turms wurden eine Schutzhütte und eine hölzerne Aussichtstribüne errichtet, die in ihrer Art wohl einzigartig war. Mehrere nach Süden ausgerichtete Ränge boten auch größeren Gruppen bequem Platz für eine Fernblick-Orgie. Zum Leidwesen vieler Besucher wurde die Tribüne im August 2019 auf eine Anzeige hin abgerissen, da sie nach Ansicht der Baubehörde nicht den Vorschriften entsprach. Heute zeugen nur noch Überreste der Stützpfeiler von dem eigenwilligen Bauwerk; die Schutzhütte blieb erhalten.

Das 180-Grad-Panorama ist abermals atemberaubend: Im Osten sieht man jetzt auch die Gipfel der Haardt um den Großen Kesselberg, daneben liegt der wuchtige Klotz des Almersberges. Auch wenn die Perspektive ähnlich ist wie dort: Die Hügelketten wirken jetzt anders, da man nicht von so hoch droben auf sie herabschaut. 

Für den finalen Abstieg geht man einige Meter zurück und nimmt einen steilen Bergpfad nach rechts [Schild „Wanderparkplatz Zwiesel“]. An der Rotsuhlerhütte, einer Waldarbeiterunterkunft, folgt man kurz einem Forstweg nach links, dann geht es auf einem Pfad rechtshaltend weiter. Bald heißt es an einer Wegquerung gut aufzupassen, um nicht den Pfadanschluss zu verpassen; der liegt direkt neben einem Holzpfosten, ein Schild fehlt zur Zeit (Mai 2021). Nun noch eine Viertelstunde und man ist wieder am Wanderparkplatz Zwiesel angekommen.


Benachbarte Wanderungen:
Rundwanderung 23 Am Großen Adelsberg (vom Almersberg südwärts  Richtung Annweiler in einer guten Stunde zur Anschlusspunkt im Sattel hinter dem Kehrenberg)
Rundwanderung 30 Aus dem Wellbachtal zum Luitpoldturm (Anschluss am Parkplatz im Wellbachtal oder am Annweiler Forsthaus, Tour 30 dann in umgekehrter Richtung)
Rundwanderung 43 Auf Umwegen zum Annweiler Forsthaus (Anschluss am Annweiler Forsthaus)
Stippvisite Turm 14 Kirschfels(turm) (Start am Annweiler Forsthaus)


© www.wanderportal-pfalz.de 2005 - palzvisit Touristik-Service
Überarbeitet (mit deutlich geänderter Route) im Mai 2021

Ort: Rinnthal (190 m)

Parken: Wanderparkplatz im Wellbachtal (210 m, von der Bundesstraße 10 zwischen Annweiler und Hauenstein Richtung Johanniskreuz abbiegen und noch etwa 3 km ins Wellbachtal bis zur Abzweigung Annweiler Forsthaus)

Länge: 15 km

Anstieg: 730 Höhenmeter

Schweiß: Happig

Aussicht: Einmalig

Abgeschiedenheit: Immens (erste Tourenhälfte), dann belebter

Orientierung: Nicht ohne (beim Abstieg vom Almersberg)


Einkehr am Wege:
Annweiler Forsthaus (www.schwarzer-fuchs.de)

Felsen: Almersberg-Gipfelfels, Almersberg-Aussichtsfels, Kirschfels

Burgen am Wege: Keine


In der näheren Umgebung:
Wasgaufreibad in Hauenstein,
Freibad Annweiler,

Burg Trifels,
Johanniskreuz (Ausflugsgaststätten, Motorradfahrertreff),
Haus der Nachhaltigkeit
in  Johanniskreuz
Wild- und Wanderpark Silz,
Deutsche Weinstraße,
Schuhmuseum Hauenstein

Regionale Tourist-Infos:
Trifelsland
Tourismusregion Hauenstein

Tourismusgemeinden:
Rinnthal
Wilgartswiesen
Hofstätten
Johanniskreuz
Eußerthal

Annweiler
Hermersbergerhof


Bilder zum Vergrößern anklicken!

Blick vom Kirschfels ins Trifelsland

So sah die inzwischen
abgerissene Aussichtstribüne
auf dem Kirschfels aus

  
 

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In der Umgebung der Tour:

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Ihr Tor zu Gastlichkeit im Pfälzerwald

In der Umgebung der Tour:

Gästehaus Kloster St. Maria

Auszeit im Kloster der Nieder-
bronner Schwestern in Esthal