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Rundwanderung 45: 
Auf den königlichen Rehberg

Von Süden zum ergiebigsten Aussichtsturm des Pfälzerwaldes

Route (11 km): Waldhambach - 1 Talwanderung - 2 Passhöhe an der Trifelsstraße - 
3 Klettererhütte am Asselstein - 4 Asselstein - 5 Klettererhütte am Asselstein - 
6 Wanderparkplatz Rehberg - 7 Rehbergbrunnen - 8 Rehberg mit Rehbergturm 577 m - 
9 Schutzhütte Hoher Markstein - Waldhambach

Karten 1:25.000: "Östl. Wasgau mit Bad Bergzabern", LVermGeo (ISBN 978-3-89637-404-2) oder "Hauenstein & Trifelsland", Pietruska-Verlag (ISBN 978-3-934895-88-1)

Hinweis: Die Tour wurde im Oktober 2013 neu konzipiert, da die ursprüngliche wegen starker Verwachsung einiger Wegpassagen nicht mehr gut zu begehen war.
Zur alten Tourenbeschreibung


Wenn es im Pfälzerwald einen heiligen Berg gäbe, es müsste der Rehberg sein. Seine schlanke, klassische Form, die exponierte Lage gegenüber der Burg Trifels und der unvergleichliche Blick heben ihn aus der Konkurrenz heraus. Zudem ist er mit 577 Metern der höchste Gipfel im deutschen Teil des Wasgaus (sieben Meter höher ist der elsässische Grand Wintersberg). Die meisten Besucher des Rehberges fahren mit dem Auto die Trifelsstrasse hoch zur Klettererhütte am Asselstein und sind in einer Dreiviertelstunde oben. Wir dagegen halten es mit den Engländern und sagen: Ein Berg dieses Kalibers muss „by fair means“ bestiegen werden, also ab Bergfuß und aus eigener Kraft. Was am Ausgangspunkt Waldhambach heißt, dass uns bis auf den Rehbergturm 350 Höhenmeter und 60 Treppenstufen bevorstehen.

Wir beginnen gemächlich mit einer Talwanderung, die am Ende der Hauptstraße in Waldhambach beginnt. Das zunächst offen-freundliche Wiesental gibt in nordwestlicher Richtung die Route hinauf zur Trifelsstraße vor [Weißes Dreieck, bis Trifelsstraße]. Eine gute Viertelstunde laufen wir auf einem feinschottrigen Wirtschaftsweg und passen dann an einer leichten Rechtskurve gut auf: Dort geht unsere Route halblinks in einen Pfad über, der uns auf der linken Talseite zügig hinauf zu einer Passhöhe an der Trifelsstraße bringt.

Wir überqueren die von Annweiler zur Reichsfeste Trifels führende Straße und laufen auf einem ebenen sandigen Weg parallel zu Straße Richtung Klettererhütte [Schild "Klettererhütte"]. Ab und an sehen wir unten im Tal die Häuser von Bindersbach, einem Ortsteil von Annweiler unterhalb der berühmten Burgengruppe Trifels-Anebos-Münz. Nach einer knappen Viertelstunde treffen wir auf das Logo des Richard-Löwenherz-Weges, folgen diesem kurz nach links, nehmen dann aber einen nach rechts ziehenden Pfad [Naturfreunde-Markierung]. An der Abzweigung steht ein kapitaler Sequoia-Baum, einer jener urweltlichen Giganten, denen in Kalifornien ein ganzer Nationalpark gewidmet ist.

Gleich darauf stehen wir vor der einzigen Einkehrstation der Tour, der traditionsreichen Klettererhütte am Asselstein (350 m, Blick zum Trifels und zum Großen Adelsberg). So nah am pfälzischen Klettersport wie hier ist der Wanderer sonst nur am Bärenbrunnerhof im Dahner Felsenland - alleine die kletterhistorischen Fotos im gemütlichen Innenraum sind einen Besuch wert.

Solcherart vom Felskletter-
Virus infiziert, kommt man kaum umhin, sich den nahegelegenen Asselstein (400 m) aus der Nähe anzuschauen (20 Minuten für die Umrundung). Dieses freistehende mächtige Felsenschiff mit seinen fast 60 Meter hohen Wänden und seinen
Kaminen, Rissen und Überhängen ist zusammen mit dem Dahner Jungfernsprung die beeindruckendste Felsgestalt des Wasgaus. Schon 1860 gelang die erste Besteigung - allerdings mit etwas unfeinen Mitteln (neben Leitern, Drahtseilen und Haken kam auch ein an den Fels angelehnter Baumstamm zum Einsatz). Einige Anstiege sind heute aus Vogelschutzgründen im Frühjahr und Sommer für den Klettersport gesperrt.

Zurück an der Klettererhütte überqueren wir abermals die Trifelsstraße und beginnen am Wanderparkplatz Rehberg den schweißtreibenden Schlussanstieg auf den pyramidenförmigen Gipfel. Eine auffällige Treppenpassage bildet den Einstieg [Logo des Richard-Löwenherz-
Weges
, bis kurz vor dem Rehbergturm
]. Auf einem alpin steilen Pfad gewinnen wir schnell an Höhe, passieren eine kleine Felsgruppe und wandern dann weniger steil auf einem breiten Bergrücken zum Rehbergbrunnen, welcher einen trefflichen Zwischenrastplatz abgibt.

Von hier aus führt ein samtweicher Pfad und zuletzt ein breiterer Weg auf den Rehberg-Gipfel (577 m), wo wir zunächst den Rehbergfelsen passieren und dann den 1862 aus heimischem Buntsandstein erbauten Aussichtsturm ersteigen. Der Blick ist nach allen Seiten hin atemberaubend: Trifels-Anebos-Münz in unmittelbarer Nähe über Annweiler, im Westen und Süden der gesamte Wasgau bis ins Elsass hinein, im Norden der zentrale Pfälzerwald und im Osten die Rheinebene. Bei guter Fernsicht grüßen zudem Odenwald und Schwarzwald.

Für den Abstieg nehmen wir kurz den Anstiegsweg, zweigen allerdings nicht nach links zum Rehbergbrunnen ab, sondern gehen geradeaus weiter [Logo des Richard-Löwenherz-Weges, bis Rehberg-Westflanke]. Der sandig-steinige Weg zieht im Uhrzeigersinn um die Südseite des Rehberges, glänzt unterwegs mit einer für eine geruhsame Wasgau-Schau bestens platzierten Ruhebank und trifft dann in der Rehberg-Westflanke auf einen breiten Forstweg. Hier verlassen wir die Markierung und wenden uns scharf nach links, um in guten zehn Minuten zur Schutzhütte Hoher Markstein (390 m) hinunter zu steigen. 

Nicht weniger als acht kaum markierte Wege treffen hier zusammen - eine gute Gelegenheit, sich zu verlaufen. Deshalb lassen wir die nötige Sorgfalt walten, stellen uns mit dem Rücken zu Schutzhütte auf und nehmen dann den halblinken, zunächst ebenen Weg [immerhin: Schilder "Kleiner Hahnstein" und "Waldhambach"]. Der beschert uns einen wunderschönen Waldabstieg durch - in dieser Reihenfolge - üppige Buchen-, Eichen- und Kastanienbestände.

Wer Lust auf Felsen hat, steigt nach wenigen Minuten an einer Holzbank rechts empor zum Kleinen Hahnstein. Alle anderen laufen geradeaus weiter [Lokalmarkierung Nr. 25]. Nach etwa zehn Minuten gibt es abermals eine Gelegenheit zu einem Felsen-Abstecher - ein Stichweg führt halblinks hinauf zu Großen Hahnstein. Der Direktabstieg nach Waldhambach schert sich darum nicht, führt weiter bergab und kommt bald an eine etwas unklare markierungslose Stelle: Ein kurzer deutlicher Rechtsschwenk und wir treffen auf einen Weg mit Pfälzerwald-Vereins-Markierung, der uns linksherum zügig nach Waldhambach bringt [Gelb-Grüner Balken]. Nun noch links an dem Dorfkirchlein vorbei und wir treffen auf die Hauptstraße, in der unser Gefährt steht.


Benachbarte Wanderungen: 
Premiumweg Richard-Löwenherz-Weg (Anschluss an der Kletterhütte)
Premiumweg Annweilerer Burgenweg
(vom Pass an der Trifelsstraße zum Anschluss am Wanderparkplatz Windhof an der Trifelsstraße)

Rundwanderung 38 Madenburg und Slevogthof (vom
Pass an der Trifelsstraße zum Wanderparkplatz Windhof an der Trifelsstraße)
Rundwanderung 41 Hohenberg und Trifels (vom
Pass an der Trifelsstraße zum Wanderparkplatz Windhof und weiter zum Wanderparkplatz Ahlmühle)
Stippvisite Felsen 38 Asselstein
(Start am Wanderparkplatz Rehberg)
Stippvisite Turm 2 Rehbergturm (Start am Wanderparkplatz Rehberg)


© www.wanderportal-pfalz.de 2005 - palzvisit Touristik-Service
Überarbeitet im Oktober 2013

Ort: Waldhambach (235 m)

Parken: Am Ende der Hauptstraße (von Landau kommend von der 
B 48 rechts in den Ort hinein und zweite links)

Länge: 11 km

Anstieg: 400 Höhenmeter

Schweiß: Happig

Aussicht: Einmalig

Abgeschiedenheit: Mittel 

Orientierung: Nicht ohne


Einkehr am Wege:
Klettererhütte am Asselstein (Di-So von 10-19 Uhr geöffnet)

Turmbesteigung: Rehbergturm

Burgen am Wege: Keine


In der näheren Umgebung:
Freischwimmbad Annweiler,
Wild- und Wanderpark Silz,
Deutsche Weinstraße,
Burg Trifels,
Bad Bergzabern (Kurpark,
Südpfalz-Therme)

Regionale Tourist-Infos:
Trifelsland

Ferienregion Landau-Land
Südliche Weinstraße

Tourismusgemeinden:
Waldrohrbach
Waldhambach
Annweiler
Völkersweiler
Gossersweiler-Stein
Silz

Sonstiges:
Museum unterm Trifels Annweiler


Bilder zum Vergrößern anklicken!

Wasgau vom Rehbergturm

Asselstein von Norden

  
 

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In der Umgebung der Tour:

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