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Rundwanderung 23: 
Zum Großen Adelsberg

Aussichtsbalkone über der Queich

Route (12 km): Kirche Rinnthal - 1 Kostenfels - 2 Höhenweg an der Immenteich-Halde - 3 Sattel zwischen Kehrenkopf und Adelsberg - 4 Wegedreieck südöstl. von Punkt 493,3 - 5 Holderquelle - 6 Gleitschirmfliegerstartplatz östl. des Adelsberg-Gipfels - 7 Großer Sommerfels auf dem Kleinen Adelsberg - 8 Wegedreieck südöstl. von Punkt 493,3 - 9 Jung-Pfalz-Hütte - 9 Dingental - Kirche Rinnthal

Karten 1:25.000: "Oberhaardt von Neustadt a.d.W.", LVermGeo (ISBN 978-3-89637-402-8) oder "Hauenstein & Trifelsland", Pietruska-Verlag (ISBN 978-3-934895-88-1)

Dieser Tourentipp ersetzt seit 2012 den bisherigen Vorschlag "Am Großen Adelsberg"


Der Autofahrer, welcher von Landau kommend Richtung Pirmasens unterwegs ist, hält bei Annweiler geradewegs auf eine auffallend ebenmäßig geformte Bergpyramide zu - den Großen Adelsberg, der mit 567 m Gipfelhöhe ein stattliches Pendant zum jenseits des Queichtals gelegenen, nur wenig höheren Rehberg abgibt. Durch den Adelsberg-Sockel führen die vier Straßentunnel der Bundesstraße 10, durch die Annweiler, Sarnstall und Rinnthal weitgehend vom Durchgangsverkehr befreit sind. Unsere Route ist so angelegt, dass wir die drei großartigen Aussichtspunkte verbinden, die an den Flanken des Adelsberges liegen.

Wir nehmen nicht den kürzesten Anstieg (der würde in Sarnstall oder am Turnerheim in Annweiler beginnen), sondern nähern uns dem großen Gipfel von Rinnthal her respektvoll in einem weiten Rechtsbogen. So können wir noch die bemerkenswerte, im klassizistischen Stil erbaute Evangelische Kirche in Rinnthal inspizieren (mehr dazu in der rechten Leiste).

Zwei Häuser neben der Kirche in Richtung Annweiler finden wir einen schmalen Durchschlupf zwischen den schmucken Fachwerkhäusern der Rinnthaler Dorfstraße. Ein Schild weist zum unmittelbar über dem Dorf gelegenen Kostenfels; auch finden wir eine Markierung, der wir uns für die ersten drei Kilometer anvertrauen können [Grün-Blauer Balken]. Der Kostenfels, als Namensgeber des westlichsten der Annweilerer Tunnel direkt über diesem gelegen, ist eine vielgliedrige Felsrampe mit so hübschen Rastplätzen und Trifelsland-Blicken, dass wir den unüberhörbaren Lärm der nahen Bundesstraße 10 für eine Weile gerne in Kauf nehmen.

Der bisher steile Pfad mündet oberhalb der Felsen in einen Forstweg ein, dem wir nach rechts Richtung Gräfenhausen folgen. Hier haben wir den Autolärm hinter uns gelassen und schlendern durch den Buchenwald geruhsam an der Immenteich-Halde entlang. Nach etwa zwanzig Minuten - kurz vor dem Kehrenkopf - zweigt die grün-blaue Markierung nach links ab. Wir bleiben jedoch weiter auf dem ebenen Forstweg und kommen so auf einen namenlosen Sattel zwischen Kehrenkopf und Adelsberg. Rechtshaltend, also in südlicher Richtung, orientieren wir uns jetzt an den Markierungen, die nach Annweiler führen [Blauer Balken oder Weiß-Blauer Balken, bis hinter Holderquelle].

Nach einem kurzen Aufstieg erreichen wir eine Weggabelung, an der es nach rechts zur nur wenige Minuten entfernten Jung-Pfalz-Hütte geht. Diese heben wir uns allerdings für später auf, halten uns also weiter an den Pfad Richtung Annweiler und kommen kurz darauf zu einem markanten Wegedreieck auf einem weiteren Sattel (auf der Karte südöstlich von Punkt 493,3). Wir haben jetzt den Gipfelbereich des Großen Adelsberges unmittelbar vor uns. Dessen höchster Punkt ist mangels Aussicht eher unattraktiv, wir umrunden den Gipfel deshalb großzügig und werden so mit drei exzellenten Aussichtspunkten belohnt.

Dafür folgen wir nach wenigen Metern der Markierung nach links zur Holderquelle, wo einige Bänke zur wohlverdienten Pause einladen. Das gefasste Brünnchen erinnert an Heinrich Holder, Gründungsmitglied des Pfälzerwald-Vereins Annweiler, der zusammen mit seinem Bergkameraden Grimmeisen 1908 am Wetterhorn in den Berner Alpen tödlich verunglückte.

Kurz darauf verlassen wir den nach links Richtung Annweiler abzweigenden Wanderweg und steigen auf dem bisherigen breiten Forstweg weiter leicht bergan [ohne Markierung]. Der bringt uns in wenigen Minuten zu unserem ersten Aussichtsbalkon, einem Gleitschirmflieger-Startplatz (530 m) an einer auffälligen Schneise. Jetzt unbedingt die wenigen Meter zum oberen Ende der Startrampe empor steigen! Mit Blick über das Queichportal in die Rheinebene lässt es sich hier trefflich rasten. Hohen Unterhaltungswert hat auch eine Einweisungstafel der „Duddelfliecher“ des Südpfälzer Gleitschirmflieger-Vereins, die anschaulich über die Tücken der hiesigen Flugbedingungen informiert.

Nach dem Abstecher behalten wir die bisherige Richtung bei, gehen also nicht nach rechts weiter bergauf, ignorieren auch eine weitere Abzweigung nach rechts, kommen zu einer Spitzkehre und gehen an dieser geradeaus weiter. So kommen wir fast eben auf die nach Süden vorgeschobene Rampe des Kleinen Adelsberges (460 m). An einer Schutzhütte und einem Sendemast vorbei laufen wir noch wenige Meter weiter zu unserem zweiten Aussichtsbalkon, dem Großen Sommerfels, von dem wir über das tief unter uns liegende Annweiler hiweg ein großartiges Süd-Panorama genießen können.

Zur Jung-Pfalz-Hütte, dem dritten Aussichtsbalkon am Adelsberg, ist es jetzt nur noch eine gute Viertelstunde. Dazu laufen wir kurz noch einmal zurück, zweigen dann zweimal nach links ab und nehmen letztlich den vom Turnerheim Annweiler kommenden Hauptweg zur Hütte (unterwegs passieren wir noch einmal das Wegedreieck südöstlich von Punkt 493,3). Die Jung-Pfalz-Hütte (460 m) gehört ausnahmsweise nicht dem Pfälzerwald-Verein, sondern dem 1920 gegründeten Jugendpflegeverein Jung-Pfalz, bietet 65 Sitzplätze innen und wunderschön gelegene 180 Sitzplätze außen, einen Spielplatz mit Kletterwand und für zünftige Übernachtungen zwei Schlafräume mit 25 Lagern.

Der Beginn des abschließenden direkten Abstiegs nach Rinnthal ist etwas kniffelig zu finden: Von der Hütte wenige Meter zurück nach Süden, dann scharf rechts hinab [Schild "Rinnthal"] und sofort wieder links auf einen schmalen Pfad. Der führt im Zick-Zack steil hinunter zu einem Forstweg, den wir mit einer kurzen Rechts-Links-Kombination überqueren, um durch das kurze Dingental zur Straße zwischen Sarnstall und Rinnthal zu gelangen. Dort halten wir uns rechts und laufen auf dem Bürgersteig zurück zur doch reichlich skurrilen Dorfkirche.


Benachbarte Wanderungen: 

Rundwanderung 29 Über den großen Almersberg (ab dem Sattel auf dem mit "Taubensuhl" beschilderten Weg in einer guten Stunde zum Almersberg-Schlussanstieg)
Rundwanderung 33 Von Eußertal zum Taubensuhl (nach dem Abstieg von den
Gräfenhausener Sommerfelsen in der Kurve nach links und auf markiertem Weg nach Eußerthal) 
Rundwanderung 34 Rauhberg, Rindsberg und Rothenberg (vom Sattel links hinunter nach Rinnthal und auf der anderen Seite des Tals zum Buchholzfelsen hinauf)
Stippvisite Felsen 22 Krappenfels (Anschluss am Felsen)


© www.wanderportal-pfalz.de 2012 - palzvisit Touristik-Service

Ort: Rinnthal (190 m)

Parken: Evangelische Kirche in der Ortsmitte)

Länge: 12 km

Anstieg: 350 Höhenmeter

Schweiß: Oh ja

Aussicht: Grandios

Abgeschiedenheit: Mittel

Orientierung: Meist einfach


Einkehr am Wege:
Jungpfalz-Hütte (Sa 11-17 Uhr, So 10-17 Uhr geöffnet, in den großen Ferien möglicherweise nur So) 
Homepage der Hütte

Felsbesteigungen: Großer Sommerfelsen

Burgen am Wege: Keine


In der näheren Umgebung:
Freischwimmbad Annweiler, 
Burg Trifels
,
Wild- und Wanderpark Silz  Deutsche Weinstraße
, Schuhmuseum Hauenstein

Regionale Tourist-Infos:
Trifelsland
Südliche Weinstraße
Ferienregion Landau-Land
Tourismusregion Hauenstein

Tourismusgemeinden:
Gräfenhausen
Annweiler
Eußerthal
Queichhambach
Rinnthal

Sonstiges:
Museum unterm Trifels
in Annweiler


Bilder zum Vergrößern anklicken!

Vom Großen Sommerfels zum Trifels

Vom Großen Sommerfels zu Rehberg und Asselstein

Ein Unikum:
Die klassizistische Kirche
in Rinnthal

Wirkt mit ihrem wuchtigen Säulenportal in dem zwischen hohe Berge eingezwängten Dörfchen seltsam überdimensioniert.

Im Volk hält sich deshalb hartnäckig die Vermutung, es habe mutwillig oder irrtümlich eine Vertauschung von Bauplänen gegeben. Die große Ähnlichkeit mit der Karlsruher Stadtkirche tut ein Übriges zur Legendenbildung.

Als einzige klassizistische Dorfkirche der Pfalz ist die Rinnthaler Kirche allerdings ein echtes kunstgeschichtliches Kleinod, zumal als Baumeister Leo von Klenze, ein Großmeister des Klassizismus, verantwortlich zeichnete. Als Hausarchitekt des antikenbegeisterten Bayernkönigs Ludwig I. schuf er unter anderem den Königsplatz in München mit der Glyptothek und den Propyläen. Aber auch im fernen Petersburg hinterließ er mit der Eremitage seine Spuren.

 
  
 

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In der Umgebung der Tour:

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